Beschäftigung · 2026

Minijob vs Festanstellung

Ein Minijob bis 538 € monatlich ist verlockend: keine Sozialversicherungsbeiträge, das volle Brutto bleibt netto. Aber der Haken liegt im Verborgenen — Rentenansprüche, Krankenversicherungsschutz und langfristige Absicherung fehlen. Wann lohnt sich was?

Der Minijob — was ist das genau?

Ein Minijob (oder „geringfügige Beschäftigung") ist eine Tätigkeit mit einem monatlichen Verdienst bis 538 € (Stand 2026) oder einem Jahresverdienst bis 6.648 €. Die Grenze wurde 2024 von 520 € auf 538 € angehoben und ist seitdem unverändert.

Wichtig: Die Grenze ist ein durchschnittlicher Monatsverdienst. In einem Monat darfst du bis zu 2.000 € verdienen, solange der Jahresschnitt unter 6.648 € bleibt (= 538 × 12 + 200 € Schwankungspuffer).

Der entscheidende Vorteil: Der Arbeitnehmer zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge. Das gesamte Bruttogehalt bleibt netto. Der Arbeitgeber trägt eine Pauschale — 30 % bei gewerblichen Minijobs, 14,4 % bei Beschäftigungen im Privathaushalt.

Vergleich: Minijob vs Festanstellung

MerkmalMinijobFestanstellung
Verdienstgrenzemax. 538 € / Monatkeine
SV-Beitrag AN0 €ca. 20 % des Brutto
Krankenversicherungnur über AG-Pauschale, kein Vollschutzvoll über KV-Beitrag
Rentenversicherungpflichtversichert (außer Befreiung)voll
Urlaubsanspruchja (anteilig nach Tagen)ja
Kündigungsschutzja (nach 6 Monaten)ja
Krankengeldüber KV nur eingeschränktvoll über KV
Elterngeld-relevantja, aber geringe Basisja, volle Basis

Die Gleitzone (Midi-Job) — der Mittelweg

Zwischen 538 € und 2.000 € monatlich liegt die Gleitzone (auch „Midi-Job" genannt). Hier steigen deine Sozialversicherungsbeiträge linear an — statt abrupt von 0 auf 20 % bei Überschreitung der Minijob-Grenze.

SV-Anteil (Gleitzone) = SV-Satz_voll × [(Verdienst − 538) / (2000 − 538)] × 0,8 + 0,2

Das bedeutet: Bei 1.000 € verdienst du nicht 20 % SV-Beitrag wie in Festanstellung, sondern nur rund 13 %. Bei 2.000 € greift dann der volle AN-Anteil. Die Gleitzone lohnt sich besonders für Studierende, Teilzeit-Kräfte und beim Wiedereinstieg nach Elternzeit.

Praxis-Tipp: Mit unserem Minijob-Rechner siehst du sekundenschnell, in welcher Zone dein Verdienst liegt und wie viel SV-Beitrag anfällt.

Wann lohnt sich ein Minijob?

+
Nebentätigkeit zum Hauptjob: Du brauchst etwas Extra-Geld, ohne SV-Pflicht auszulösen. Bis 538 € sind komplett SV-frei dazu.
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Rentenbezieher:innen: Wer Rente bezieht und bis zu 538 € dazuverdient, ohne dass die Rente gekürzt wird.
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Studierende in Semesterferien: Bis 70 Arbeitstage im Jahr oder 538 €/Monat ohne SV-Folgen.
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Hausfrauen/Hausmänner: Privathaushalt-Minijobs (z. B. Reinigung, Gartenarbeit) mit reduzierter AG-Pauschale.

Wann ist Festanstellung besser?

Eine Festanstellung lohnt sich fast immer dann, wenn sie dein Haupteinkommen ist. Die scheinbaren Vorteile des Minijobs (keine SV) sind kurzfristig — langfristig verlierst du deutlich:

  • Rentenansprüche: Minijobber sind zwar RV-pflichtig, aber die Beiträge sind gering — die spätere Rente fällt minimal aus.
  • Krankenversicherungsschutz: Bei Krankheit fehlt oft das Krankengeld, das Festangestellte nach 6 Wochen Lohnfortzahlung erhalten.
  • Arbeitslosengeld: Keine AV-Beiträge = keine Ansprüche auf ALG I.
  • Elterngeld: Bemessungsgrundlage ist das Vorjahresnetto — Minijob-Elterngeld ist marginal.
  • Kreditwürdigkeit: Banken sehen Minijob als unsichere Einkommensquelle.
Die bittere Wahrheit: Wer dauerhaft nur Minijobs hat, ist im Alter auf Grundsicherung angewiesen. Minijobs sind ein Sprungbrett, kein Ziel.
Weitere Infos: Wie ein Gehaltssprung deine Netto-Situation verändert, zeigt unser Gehaltssprung-Rechner. Fachbegriffe findest du im Steuer-Lexikon.

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