Grenzbelastung · 2026

Lohnt sich dein Gehaltssprung?

Eine Erhöhung von +1.000 € brutto bringt nicht +1.000 € netto. Wie viel wirklich ankommt, hängt vom Grenzsteuersatz ab. Hier siehst du, wie viel von jedem zusätzlichen Euro übrig bleibt — und ab wann sich der nächste Sprung besonders lohnt.

Marginaler Steuersatz (Grenzbelastung)
Von jedem zusätzlichen Euro Brutto bleiben netto
Aktuelles Netto / Monat
+1 Stufe Netto
Δ netto / Stufe

Netto-Entwicklung je Gehaltsstufe

Hinweis: Die Berechnung zeigt die Grenzbelastung beim nächsten verdienten Euro. Tatsächliche Abzüge können durch SV-Beitragsgrenzen, Familienstand oder individuelle Vorsorge abweichen.

Wie funktioniert die Grenzbelastung?

Deutschland hat einen progressiven Steuertarif: Je mehr du verdienst, desto höher ist der Steuersatz auf den nächsten Euro. Eine Gehaltserhöhung fällt also immer in eine höhere „Tarifzone" als das bisherige Gehalt.

Grenzsteuersatz = ΔLohnsteuer / ΔBrutto

Beispiel: Bei 50.000 € Jahreseinkommen liegt der Grenzsteuersatz 2026 bei etwa 35 %. Eine Erhöhung um 1.000 € bringt also netto nicht 1.000 €, sondern nur ca. 500 € (nach Steuern und Sozialversicherung).

Wichtig: Die Grenzbelastung ist nicht dasselbe wie der Durchschnittssteuersatz! Ersterer betrachtet nur den nächsten Euro, letzterer das gesamte Einkommen. Der Durchschnittssatz ist immer niedriger.

Ab wann lohnt sich ein Sprung?

Die „Treppenkurve" oben zeigt, wie dein Netto pro Stufe steigt. Manchmal fällt der Netto-Zuwachs in einer Stufe besonders stark aus — das passiert, wenn du aus der Progressionszone in die 42 %-Zone rutschst, oder umgekehrt nahe einer SV-Bemessungsgrenze.

Als Faustregel: Bei normalen Angestelltenverhältnissen landen ca. 50–60 % einer Erhöhung netto auf dem Konto. In höheren Einkommensregionen (über 66.000 €) sinkt der Netto-Zuwachs auf unter 45 %, weil die SV-Beiträge gedeckelt sind und nur noch die Steuerlast steigt.

Strategien für mehr Netto

  • bAV (betriebliche Altersvorsorge): Direktversicherung reduces brutto vor Steuern — sinnvoll bei hohem Grenzsteuersatz.
  • Sachbezüge: Jobticket, Essenszuschuss oder Firmenwagen sind oft SV- und steuergünstig.
  • Bonus statt Festgehalt: Einmalzahlungen können (je nach Tarifzone) günstiger besteuert werden.
  • Steuerklasse optimieren: Bei Paaren lohnt das Faktorverfahren, um monatlich mehr Netto zu haben ohne Nachzahlung.
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