Lohnt sich dein Gehaltssprung?
Eine Erhöhung von +1.000 € brutto bringt nicht +1.000 € netto. Wie viel wirklich ankommt, hängt vom Grenzsteuersatz ab. Hier siehst du, wie viel von jedem zusätzlichen Euro übrig bleibt — und ab wann sich der nächste Sprung besonders lohnt.
Netto-Entwicklung je Gehaltsstufe
Wie funktioniert die Grenzbelastung?
Deutschland hat einen progressiven Steuertarif: Je mehr du verdienst, desto höher ist der Steuersatz auf den nächsten Euro. Eine Gehaltserhöhung fällt also immer in eine höhere „Tarifzone" als das bisherige Gehalt.
Beispiel: Bei 50.000 € Jahreseinkommen liegt der Grenzsteuersatz 2026 bei etwa 35 %. Eine Erhöhung um 1.000 € bringt also netto nicht 1.000 €, sondern nur ca. 500 € (nach Steuern und Sozialversicherung).
Ab wann lohnt sich ein Sprung?
Die „Treppenkurve" oben zeigt, wie dein Netto pro Stufe steigt. Manchmal fällt der Netto-Zuwachs in einer Stufe besonders stark aus — das passiert, wenn du aus der Progressionszone in die 42 %-Zone rutschst, oder umgekehrt nahe einer SV-Bemessungsgrenze.
Als Faustregel: Bei normalen Angestelltenverhältnissen landen ca. 50–60 % einer Erhöhung netto auf dem Konto. In höheren Einkommensregionen (über 66.000 €) sinkt der Netto-Zuwachs auf unter 45 %, weil die SV-Beiträge gedeckelt sind und nur noch die Steuerlast steigt.
Strategien für mehr Netto
- bAV (betriebliche Altersvorsorge): Direktversicherung reduces brutto vor Steuern — sinnvoll bei hohem Grenzsteuersatz.
- Sachbezüge: Jobticket, Essenszuschuss oder Firmenwagen sind oft SV- und steuergünstig.
- Bonus statt Festgehalt: Einmalzahlungen können (je nach Tarifzone) günstiger besteuert werden.
- Steuerklasse optimieren: Bei Paaren lohnt das Faktorverfahren, um monatlich mehr Netto zu haben ohne Nachzahlung.